Frankreich hat ein eigenes EPR-System für Verpackungen im gewerblichen Einsatz: Paletten, Stretchfolie, Kartons, Fässer, Big-Bags und Ähnliches. Rechtlich besteht es seit dem 1. Januar 2026 (Dekret Nr. 2025-1081 vom 17. November 2025). Der operative Start einschließlich der Öko-Beiträge wurde vom 1. Juli 2026 auf den 1. Januar 2027 verschoben, und Unternehmen sollen vor dem 31. Dezember 2026 einer zugelassenen Öko-Organisation beitreten. Drei Öko-Organisationen sind zugelassen: Citeo Pro, Léko Pro und Twiice. Nicht in Frankreich niedergelassene Hersteller handeln über einen EPR-Bevollmächtigten in Frankreich.
Das Wichtigste
| Punkt | Detail |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | Dekret Nr. 2025-1081 vom 17. November 2025; Erlass zum Anwendungsbereich vom 2. Dezember 2025 |
| Zugelassene Öko-Organisationen | Citeo Pro, Léko Pro, Twiice (zugelassen im Juni 2026) |
| Operativer Start | 1. Januar 2027 (vom Ministerium am 28. Juli 2026 angekündigt) |
| Erforderlicher Schritt | Beitritt zu einer Öko-Organisation vor dem 31. Dezember 2026 |
| Wer erfasst ist | Fabrikanten, Importeure und Vertreiber, die gewerbliche Verpackungen oder gewerblich verpackte Produkte erstmals in Frankreich bereitstellen |
Was als gewerbliche Verpackung gilt
Verpackungen, die von Gewerbetreibenden statt von Haushalten verbraucht oder genutzt werden: Transport- und Umverpackungen wie Paletten, Stretch- und Schrumpffolien, Kartons, Kisten, Fässer, Kanister, IBC-Container und Big-Bags. Der amtliche Erlass zum Anwendungsbereich definiert Kategorien, die automatisch als gewerbliche Verpackung gelten.
Richtsätze
Tarife 2026 von Léko Pro und Citeo Pro: Kunststoffe 217,80–217,90 € je Tonne, Papier und Karton 34,70–34,72 € je Tonne, Holz 8,08–9,00 € je Tonne, sonstige Materialien 5,06–8,00 € je Tonne, sowie Pauschalen von 95 € (Léko Pro) oder 125 € (Citeo Pro) je Halbjahr bis 2 Tonnen, netto. Tarif von Twiice, Juli 2026: Kunststoffe 217,56 €, Papier/Karton 34,67 €, Holz 8,98 € je Tonne, 100 € Jahrespauschale unter 2 Tonnen. Tarife 2027 werden ab Herbst 2026 erwartet. Probieren Sie den Kostenrechner.
Ausländische Lieferanten
Ein außerhalb Frankreichs ansässiges Unternehmen, das gewerbliche Verpackungen erstmals in Frankreich bereitstellt, typischerweise durch Direktverkauf an französische Unternehmen, die die Ware nutzen, ist Hersteller für dieses System und muss seit dem 10. Juli 2026 einen EPR-Bevollmächtigten in Frankreich benennen. Verkauft der französische Kunde die Ware weiter, ist der Kunde der Hersteller.
Die Verschiebung ist keine Befreiung
Die Verschiebung hat den praktischen Beginn der Beiträge verschoben, nicht die Pflicht selbst. Unternehmen sollten schon jetzt wissen, welche Verpackungen sie in welchen Gewichten und Materialien auf den französischen Markt bringen und welcher Öko-Organisation sie beitreten werden.
Häufige Fragen
Wann beginnen die Öko-Beiträge für gewerbliche Verpackungen in Frankreich?
Der operative Start ist der 1. Januar 2027, nach Verschiebung vom 1. Juli 2026. Unternehmen sollen vor dem 31. Dezember 2026 einer Öko-Organisation beitreten.
Welche Öko-Organisationen betreuen gewerbliche Verpackungen?
Citeo Pro, Léko Pro und Twiice sind für das System der gewerblichen Verpackungen zugelassen.
Deckt meine Mitgliedschaft für Haushaltsverpackungen auch gewerbliche Verpackungen ab?
Nein. Gewerbliche Verpackungen sind ein eigenes System mit eigener Mitgliedschaft, eigenen Meldungen und eigener Kennnummer.
Muss sich ein deutscher Exporteur registrieren, der Paletten mit Ware an französische Kunden liefert?
Nutzt der französische Kunde die Ware selbst, ist der Exporteur in Frankreich der Hersteller und braucht einen Bevollmächtigten. Verkauft der Kunde weiter, ist der Kunde der Hersteller.
